PUBLI ZITAT

Wir über uns

PUBLI ZITAT ist ein Pool efahrener Journalisten, Autoren, Designer und Medienfachleute. Sie werden je nach Kunden-Anspruch in ausgewählter Konfiguration tätig.

Die Stärken dieses Teams sind höchste Kreativität, Einfühlungsvermögen in Ihr Metier, Präzision, Zuverlässigkeit und Schnelligkeit.

Mit PUBLI ZITAT können Sie ganz vorn anfangen: wir gestalten Logos, finden Namen, kreieren claims und stellen sie in den Zusammenhang von Unternehmen, USP, Produkt, Markt und Kunden. Jeder Launch ein gelungener Stapellauf.
Oder Sie holen PUBLI ZITAT an Bord, wenn die See rauher wird und der Steuermann ein Team braucht, das seinen Kurs neu mitbestimmt und hält, ganz gleich, wie stark der Gegenwind auch sein mag.

PUBLI ZITAT  konzipiert, gestaltet, textet, editiert, produziert und organisiert das, was unsere Kunden wünschen. So, dass es gelesen, gesehen und gehört wird. Überzeugend, treffsicher und mit dem jeweils passenden Esprit. Denn Worte müssen sitzen und Sätze stehen, wenn sie in der modernen Medienvielfalt etwas bewegen wollen.
Was bedeutet das kleine Logo    auf der "home"-Seite?
Diese Tricolore mit Trauerflor ist unser Zeichen der Verbundenheit mit den Opfern des Terroranschlags in Paris am 13. November 2015.

Der erste Satz ist heilig!

Komm, erstes Wort,
langersehntes,
Geschenk du der Götter, die
den Dichter bedenken mit
herrlichen alten Weinen
wie dem von Castiglioncelli
und mit herrlichen ersten Worten
wie "Komm erstes Wort."

Liebe Leserin, lieber Leser,

in der Folge haben wir Ihnen lesenswerte Buch- und Text-Anfänge zusammen gestellt, die zeigen, wie unterschiedlich man Texte angehen kann:

Vom „ersten Wort“ spricht Robert Gernhardt im obigen Vers, verrät aber in den beiden letzten Zeilen, dass er den „ersten Satz“ meint. Viel ist über berühmte erste Sätze geschrieben worden. Wie beim Schachspiel, so hängt auch bei einem Buch der gesamte spätere Verlauf entscheidend vom Eröffnungszug ab. Der Schriftsteller Thomas Brussig formuliert es so:
“Mit dem ersten Satz wird der Stein ins Rollen gebracht. Der erste Satz ist Versprechen, Duftmarke, Schlaglicht – kurz der Brühwürfel, mit dem die ganze folgende Suppe gekocht wird.“

Frank Schätzing, dessen Roman „Limit“ zu den Bestsellern gehört, hat ebenfalls einen Essay zu diesem Thema geschrieben. Darin bekennt er:
“In jedem meiner Bücher ist der erste Satz auch immer der zuerst geschriebene Satz. Nachträglich habe ich kein Wort mehr daran geändert. Kein einziges Mal. Das ist für mich jedes Mal wie eine Grundsteinlegung. Man buddelt ja auch beim Hausbau nicht mittendrin das Fundament wieder aus.“

Es gibt Fälle, da genügen drei Wörter für eine große Roman-Eröffnung: etwa „Nennt mich Ismail“ aus Hermann Melvilles „Moby Dick“ oder „Ilsebill salzte nach“ aus dem „Butt“ von Günter Grass. Auch der Satz „Geht´s wieder hinauf?“ aus „Die geheimnisvolle Insel“ von Jules Verne gehört dazu. Was haben die drei so unterschiedlichen Buchanfänge gemeinsam? Sie beziehen sich auf Vorausgegangenes, bringen den Leser mitten hinein ins Geschehen oder binden ihn ein, denn wo nachgesalzt wird, muss schließlich schon vorgewürzt gewesen sein oder wenn es wieder hinauf geht, muss es vorher hinunter gegangen sein.

Aber auch ausgesprochen lange Eröffnungssätze können ihren Reiz haben, beispielsweise:
„Als der sechzehnjährige Karl Roßmann, den seine armen Eltern nach Amerika geschickt hatten, weil ihn ein Dienstmädchen verführt und ein Kind von ihm bekommen hatte, in dem schon langsam gewordenen Schiff in den Hafen von New York einfuhr, erblickte er die schon längst beobachtete Statue der Freiheitsgöttin wie in einem plötzlich stärker gewordenen Sonnenlicht.“ (Franz Kafka, Amerika).

Oder so viel Gewicht, wie die folgende Einleitung:
„Wenn Eileen Holland gefragt wurde, ob sie Geschwister habe, musste sie manchmal einen Augenblick nachdenken.“ (Jonathan Franzen, Schweres Beben).

„Als Mary K.s Gatte noch lebte, Oskar hieß er, und sie selbst noch auf zwei sehr schönen Beinen ging (das rechte hat ihr, unweit ihrer Wohnung, am 21. September 1925 die Straßenbahn über dem Knie abgefahren) tauchte ein gewisser Doktor Negria auf, ein junger rumänischer Arzt, der hier zu Wien an der berühmten Fakultät sich fortbildete und im Allgemeinen Krankenhaus seine Jahre machte.“ (Heimito von Doderer, die Strudelhofstiege)

Ein guter erster Satz macht Lust auf den zweiten – und der zweite Lust auf den dritten. Er ist das Entree, er öffnet die Tür, er bittet herein und lässt den Leser dann entscheiden, ob er auch noch die anderen Räume sehen möchte. Der erste Satz darf also alles – nur nicht langweilig sein. Nicht nur über das Buch, auch über den Autor kann der erste Satz durchaus beredte Aussage treffen.
Es lohnt sich also bei jedem Buch, das man zur Hand nimmt, den ersten Satz mit besonderer Aufmerksamkeit zu lesen. Es kann auch ein interessantes und unterhaltsames Spiel daraus werden. Vielleicht machen Ihnen die nachstehenden Beispiele Lust darauf:

„Wir Deutschen, liebe Kitty, können ein Wirtschaftswunder machen, aber keinen Salat’, sagte Thomas Lieven zu dem schwarzhaarigen Mädchen mit den angenehmen Formen.“ aus Johannes Mario Simmel: Es muss nicht immer Kaviar sein. (Dabei wäre die Bezeichnung "Mädchen mit den angenehmen Formen" eine eigene Betrachtung wert. Besser kann man dem unbekannten Geschmack des Lesers nicht gerecht werden.)

"Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet." Franz Kafka: Der Prozess

„Die Bank, auf der Dobs saß, war keineswegs gut.“ B. Traven: Der Schatz der Sierra Madre

"Zugegeben: ich bin Insasse einer Heil- und Pflegeanstalt, mein Pfleger beobachtet mich, lässt mich kaum aus dem Auge; denn in der Tür ist ein Guckloch, und meines Pflegers Auge ist von jenem Braun, welches mich, den Blauäugigen, nicht durchschauen kann.“ Günther Grass: Die Blechtrommel

"An diesem Morgen war Fähmel zum ersten Mal unhöflich zu ihr, fast grob." Heinrich Böll: Billard um halb zehn.

"Sie haben mir eine Strafarbeit gegeben." Siegfried Lenz: Deutschstunde

“Plötzlich drängte Sabine aus dem Strom der Promenierenden hinaus und ging auf ein Tischchen zu, an dem noch niemand saß." Martin Walser: Ein fliehendes Pferd

"Dem Monteur Josef Bloch, der früher ein bekannter Tormann gewesen war, wurde, als er sich am Vormittag zur Arbeit meldete, mitgeteilt, dass er entlassen sei." Peter Handke: Die Angst des Tormanns beim Elfmeter

"Mr. und Mrs. Dursley im Ligusterweg Nummer 4 waren stolz darauf, ganz und gar normal zu sein, sehr stolz sogar." Joanne K. Rowling: Harry Potter und der Stein der Weisen

"Als Herr Bilbo Beutlin von Beutelsend ankündigte, dass er demnächst zur Feier seines einundelfzigsten Geburtstages ein besonders prächtiges Fest geben wolle, war des Geredes und der Aufregung in Hobbingen kein Ende."
J. R. R. Tolkien: Der kleine Hobbit

"Im Norden der Grafschaft Ruppin, hart an der mecklenburgischen Grenze, zieht sich von dem Städtchen Gransee bis nach Rheinsberg hin (und noch darüber hinaus) eine mehrere Meilen lange Seenkette durch eine menschenarme, nur hie und da mit ein paar alten Dörfern, sonst aber ausschließlich mit Förstereien, Glas- und Teeröfen besetzte Waldung." Theodor Fontane: Der Stechlin

"Ein einfacher junger Mensch reiste im Hochsommer von Hamburg, seiner Vaterstadt, nach Davos-Platz im Graubündischen." Thomas Mann: Der Zauberberg

„Später sollte der Oberst Aureliano Buendia sich vor dem Erschießungskommando an jenen fernen Nachmittag erinnern, an dem sein Vater ihn mitnahm, um das Eis kennenzulernen.“ Gabriel Garcia Marquez: Hundert Jahr Einsamkeit

„Aber Jakob ist immer quer über die Gleise gegangen.“ Uwe Johnson: Mutmaßungen über Jakob

„Kurz vor Mitternacht legte der Gewitterguß los, ersäufte das Autogehupe und den Lärm der Kracher, die normalerweise das neue Jahr am Strip ankündigten, und schwemmte 1950 auf einer Woge aus Reifengeräusch mit Sirenenuntermalung zum Außenrevier von West-Hollywood.“ James Ellroy: „Blutschatten“

„Gestern wird sein, was morgen gewesen ist.“ Günter Grass: Das Treffen in Teltge

„Hab ich den Markt und die Straßen doch nie so einsam gesehen.“ Johann Wolfgang von Goethe: Hermann und Dorothea

„Singe den Zorn, O Göttin, des Peleiaden Achilleus ...“ Homer: Ilias

Und zum Schluss  noch einen ganz schlichten:
“Sie kam immer auf dem Bahnsteig II an und fuhr auf dem Bahnsteig I weg.“ Ingeborg Bachmann: Drei Wege zum See

Lassen Sie uns mit Ihnen und für Sie einen Eingangsatz finden, der neugierig macht, einbindet und lange in bester Erinnerung bleibt.